Rollator richtig einstellen: Warum Griffhöhe, Bremsen und Gehhaltung im Alltag so wichtig sind

Rollator richtig einstellen: Warum Griffhöhe, Bremsen und Gehhaltung im Alltag so wichtig sind

Ein Rollator kann im Alltag eine wertvolle Unterstützung sein: auf dem Weg zum Briefkasten, beim Spaziergang, beim Einkauf oder auf kurzen Wegen im eigenen Zuhause. Damit er sich wirklich angenehm und sicher nutzen lässt, sollte er jedoch nicht einfach nur ausgeklappt und sofort verwendet werden.

Vor allem die Griffhöhe, die Funktion der Bremsen und die eigene Gehhaltung haben großen Einfluss darauf, wie natürlich sich das Gehen mit dem Rollator anfühlt. Eine kurze Einstellung und Prüfung vor der regelmäßigen Nutzung kann dabei helfen, Wege komfortabler und kontrollierter zu gestalten.

Warum die richtige Einstellung im Alltag so wichtig ist

Ist ein Rollator zu hoch eingestellt, können Schultern und Arme unnötig angespannt wirken. Ist er zu niedrig, neigen Nutzer möglicherweise dazu, sich stärker nach vorne zu beugen. Beides kann dazu führen, dass sich kurze Wege schneller anstrengend anfühlen als nötig.

Eine passende Einstellung unterstützt dabei, näher am Rollator zu gehen, die Griffe bequem zu erreichen und beim Bremsen ruhig reagieren zu können. Dabei geht es nicht um eine komplizierte technische Anpassung, sondern um einige einfache Punkte, die vor der ersten Nutzung geprüft werden sollten.

Die Griffhöhe als erster Orientierungspunkt

Die Griffhöhe sollte immer zur Person passen, die den Rollator tatsächlich nutzt. Für eine erste Orientierung kann der Nutzer mit normalen Alltagsschuhen möglichst aufrecht hinter dem Rollator stehen und die Arme locker seitlich hängen lassen.

Die Griffe befinden sich häufig in einem passenden Ausgangsbereich, wenn sie ungefähr auf Höhe der Handgelenke eingestellt werden können. Beim Umgreifen sollten die Ellenbogen leicht gebeugt bleiben, sodass sich der Rollator ohne hochgezogene Schultern oder starkes Vorbeugen führen lässt.

Wichtig ist, beide Griffe auf die gleiche Höhe einzustellen und anschließend sorgfältig zu prüfen, ob die Verstellung sicher eingerastet beziehungsweise festgezogen ist. Bei Unsicherheit oder besonderen körperlichen Anforderungen kann zusätzlich eine fachkundige Beratung sinnvoll sein.

Woran man erkennt, dass die Einstellung überprüft werden sollte

Manchmal zeigt sich erst nach einigen Metern, ob die Griffhöhe wirklich angenehm ist. Folgende Beobachtungen können darauf hinweisen, dass eine erneute Anpassung sinnvoll sein könnte:

  • Die Schultern werden beim Gehen sichtbar hochgezogen.
  • Der Oberkörper beugt sich dauerhaft stark nach vorne.
  • Der Nutzer geht sehr weit hinter dem Rollator, statt ihn kontrolliert nah vor sich zu führen.
  • Die Bremshebel sind nur schwer oder unbequem erreichbar.
  • Schon kurze Wege wirken unnötig ermüdend oder unruhig.

Eine kleine Veränderung der Griffhöhe kann in solchen Fällen bereits einen spürbaren Unterschied im Bediengefühl machen. Nach jeder Anpassung sollte der Rollator zunächst auf einer ebenen und ruhigen Fläche getestet werden.

Bremsen vor dem ersten Weg sorgfältig prüfen

Die Bremsen gehören zu den wichtigsten Funktionen eines Rollators. Vor dem ersten regelmäßigen Einsatz sollte geprüft werden, ob beide Bremshebel leicht erreichbar sind und ob der Rollator beim Betätigen zuverlässig langsamer wird beziehungsweise stehen bleibt.

Besonders wichtig ist die Feststellfunktion, wenn der Rollator über eine Sitzfläche verfügt. Bevor sich eine Person hinsetzt oder wieder aufsteht, muss der Rollator sicher abgestellt und die Feststellbremse aktiviert sein. Auf abschüssigem, unebenem oder rutschigem Untergrund sollte eine Pause nach Möglichkeit vermieden werden.

Wenn die Bremsen ungewöhnlich locker wirken, nicht gleichmäßig greifen oder sich nur mit großem Kraftaufwand bedienen lassen, sollte der Rollator zunächst nicht weiter verwendet werden, bis die Ursache geprüft wurde.

Beim Gehen: Der Rollator sollte unterstützen, nicht vorauslaufen

Ein Rollator ist keine Last, die weit vor dem Körper hergeschoben werden sollte. Im Alltag ist es häufig angenehmer, möglichst aufrecht und mit kontrollierten, kurzen Bewegungen zu gehen. Der Rollator bleibt dabei nah genug am Körper, sodass die Griffe gut erreichbar sind und der Nutzer jederzeit reagieren kann.

Gerade zu Beginn empfiehlt es sich, zunächst in einer vertrauten Umgebung zu üben: auf einem ebenen Flur, in einem ruhigen Innenhof oder auf einem glatten Gehweg. Erst wenn Bremsen, Wenden und Anhalten vertraut wirken, sollten belebtere Wege oder längere Strecken ausprobiert werden.

Sitzfläche und Tasche richtig in den Alltag einplanen

Viele Rollatoren bieten eine Sitzfläche oder eine Tasche für kleinere Gegenstände. Eine Sitzfläche kann bei längeren Wegen praktisch sein, sollte jedoch nur genutzt werden, wenn der Rollator sicher steht und die Feststellbremse aktiviert ist.

Auch eine Tasche ist im Alltag hilfreich, beispielsweise für eine kleine Wasserflasche, persönliche Gegenstände oder leichte Einkäufe. Schwere oder einseitig angehängte Lasten können jedoch die Führung des Rollators beeinflussen. Deshalb sollten Gegenstände möglichst in den dafür vorgesehenen Bereichen verstaut und nicht seitlich an den Griffen befestigt werden.

Eine kurze Probefahrt schafft mehr Sicherheit

Nach dem Einstellen des Rollators empfiehlt sich eine kurze Probefahrt auf ebenem Boden. Dabei kann geprüft werden, ob sich der Rollator leicht führen lässt, beide Bremsen gut erreichbar sind, Kurven kontrolliert gelingen und das Anhalten ohne Unsicherheit möglich ist.

Auch Angehörige können dabei helfen, auf die Körperhaltung, die Griffposition und mögliche Hindernisse im gewohnten Umfeld zu achten. Kleine Anpassungen am Anfang erleichtern häufig die spätere Nutzung bei Spaziergängen, Arztbesuchen oder täglichen Erledigungen.

Ein gut passender Rollator erleichtert kleine und große Wege

Im Alltag zählt nicht nur, dass ein Rollator vorhanden ist, sondern dass er angenehm zur eigenen Körperhaltung, Kraft und Umgebung passt. Eine passende Griffhöhe, zuverlässig funktionierende Bremsen und ein ruhiger Start in vertrauter Umgebung können dazu beitragen, kurze Wege entspannter zu gestalten.

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